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Wie gefährlich ist Aluminium in Deos?

Aluminiumsalze stecken als schweißlinderndes Mittel in Antitranspirantien. Sie stehen im Verdacht, unter anderem das Brustkrebs-Risiko zu erhöhen. Was davon wahr ist und in welchen Lebensmitteln das Metall enthalten ist
von Christine Pander & Stephan Soutschek, aktualisiert am 15.10.2016

Deo-Roller: Aluminiumsalze sind ein Bestandteil vieler Deodorants

Thinkstock/iStockphoto

Antitranspirantien sind spezielle Deodorants, die nicht nur den Schweißgeruch unterbinden, sondern auch die lästige Achselnässe. Ein wichtiger Bestandteil sind dabei Aluminiumsalze. Sie wirken, indem sie Eiweiße ausfällen und einen Pfropfen in den Ausführungsgängen der Schweißdrüsen bilden. So kann der sich bildende Schweiß nicht mehr nach außen fließen, die Achsel bleibt trocken.

Unter Verdacht, das Brustkrebs- und Alzheimer-Risiko zu erhöhen

Auch wenn das Aluminium somit rein äußerlich wirkt, kann es dennoch sein, dass es in den Körper gelangt. Das Leichtmetall steht im Verdacht, dort unter anderem Brustkrebs und Alzheimer zu begünstigen. Auf der Inhaltsliste von Antitranspirantien finden sich Aluminiumsalze meist unter dem Begriff "Aluminiumchlorohydrate". Die Hersteller sind zu dieser Angabe verpflichtet.

Muss der Verbraucher nun abwägen zwischen Müffeln, nassen Achseln und einem erhöhten Brustkrebs-Risiko? "Nein. Wer bereits weiß, dass er tagsüber nicht so sehr ins Schwitzen kommen wird, sollte an diesem Tag auf ein Antitranspirant verzichten", sagt Ariane Lenzner, Toxikologin am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

"Keinesfalls sollte man jedoch direkt vor dem Auftragen die Achselhaare rasieren", sagt Lenzner. Der Grund ist, dass bei der Rasur kleine Verletzungen entstehen können, durch die das Aluminium in den Körper gelantgt. Lenzners Tipp: Abends die Achseln enthaaren, und erst am nächsten Morgen wieder deodorieren.

Eine Alternative sind normale Deos ohne Aluminiumsalze. Sie unterbinden im Gegensatz zu Antitranspirantien allerdings nur den Schweißgeruch. Wer auf trockene Achseln Wert legt, kommt bislang nicht um die Aluminiumsalze herum. Generell kann beim Einkaufen folgende Faustregel helfen: Antitranspirantien enthalten bisher immer Aluminiumsalze. Diese müssen im Inhaltsstoff-Verzeichnis auch angegeben sein. Es gibt aber auch Deo-Kristalle, auf denen bisweilen die Bezeichnung ‚Alaun’ oder ‚Alum’ zu finden ist. Auch dabei handelt es sich um Aluminiumverbindungen.

Wo liegt der Grenzwert?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt in Anlehnung an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass ein Erwachsener pro Woche nicht mehr als ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen sollte.

"Wir gehen davon aus, dass diese Menge pro Tag schon überschritten werden könnte allein durch die Verwendung von einer aufgetragenen Dosis Antitranspirant", sagt Toxikologin Lenzner. "Die anderen Einflüsse sind darin noch gar nicht eingerechnet."

Aluminium ist das dritthäufigste Element der Erdkruste und das häufigste Metall. Jahrhunderte lang war es so gebunden, dass die Lebewesen damit nicht in Berührung kamen. Doch mit der Industrialisierung und dem sauren Regen wurde es mehr und mehr verfügbar. Über den Boden gelangt es in die Pflanzen und Lebensmittel, die wir verzehren. In geringen Mengen taucht es daher in fast allen Lebensmitteln und einigen kosmetischen Produkten auf, vor allem in getrockneten Kräutern, Gewürzen, Trinkwasser, in Zahnpasta, in Sonnenschutzmitteln und in Schokoladenprodukten. Aluminium ist auch Bestandteil von Lacken; es kommt als glänzender Überzug von Dragees oder in Nahrungsergänzungsmitteln zum Einsatz.

Aluminium steckt auch in vielen Lebensmitteln

Auch viele Lebensmittel enthalten also Aluminium. Deswegen nimmt jeder Mensch täglich eine gewisse Menge des Leichtmetalls auf. Ein Gesunder scheidet das Aluminium fast komplett wieder über die Nieren aus. Was aber aus dem Anteil, der sich im Körper anreichert, über die Jahrzehnte wird, ist noch völlig unklar.

Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Aluminiumaufnahme und einem erhöhten Risiko für Alzheimer und Brustkrebs nahelegen. In beiden Fällen ist die wissenschaftliche Einschätzung aber noch alles andere als eindeutig. Zudem wirkt Aluminium in höherer Konzentration wohl schädlich auf das Nervensystem, die Fruchtbarkeit und die Knochenentwicklung.

Unnötiges Aluminium meiden

Um die Aufnahme von Aluminium nach Möglichkeit zu verringern, empfiehlt es sich, zusätzlich zum Verzicht auf Antitranspirantien, noch Alufolie, Alu-Grillschalen oder unbeschichtetes Alu-Geschirr nicht zusammen mit sauren oder salzigen Lebensmitteln zu verwenden. Aluminium ist salz- und säurelöslich. Konkret bedeutet dies zum Beispiel, Grillgut erst spät zu würzen und Apfelschnitze oder Obstkuchen nicht in Alufolie einzudecken.

Bestimmte Medikamente enthalten ebenfalls Aluminium. Darunter sind vor allem die Antazida, die zu den Magensäurehemmer gehören. Arzneien mit Aluminium aber nie selbstständig absetzen, sondern nur nach Absprache mit dem Arzt.



Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto

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